Das Deutsche Krebsforschungszentrum

In Deutschland werden jährlich 500.000 Krebserkrankungen diagnostiziert, 220.000 Menschen sterben daran. Jeder fünfte Mensch erkrankt an Krebs, laut WHO. In den nächsten 20 Jahren wird weltweit ein Anstieg um bis zu 70 % prognostiziert.

Nicht die Zivilisation ist schuld am Krebs; doch die höhere Lebenserwartung des Menschen hat ihn enthüllt, schreibt der Arzt und Wissenschaftler Siddhartha Mukherjee in „Der König aller Krankheiten“. Wie entsteht Krebs? Warum ist er so schwer zu besiegen? Was kann jeder Einzelne tun, um vorzubeugen? Wie können Wissenschaftler Krebspatienten helfen?

„Forschung und Prävention sind die Schlüssel zu einer Zukunft ohne Krankheitslast.“ Margarete Chan

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) erfüllt den Auftrag, Forschung in nachhaltige Anwendungen zu überführen, um Krebspatienten zu helfen und der Gesellschaft zu nützen. An Deutschlands größtem biomedizinischen Forschungsinstitut und Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren arbeiten 3.515 Menschen aus 90 Nationen, darunter 1.515 Wissenschaftler und 558 Doktoranden (Stand 03/25). In 100 Forschungsgruppen mit fünf Schwerpunkten verfolgen die multidisziplinären Wissenschaftler ein gemeinsames Ziel: Leben ohne Krebs. Die Forschenden entschlüsseln seine Entstehung, identifizieren Risikofaktoren, entwickeln innovative Strategien, um Menschen vor Erkrankung zu schützen, sowie Ansätze, um Tumore präziser diagnostizieren und Patienten erfolgreicher behandeln zu können. Die Integration multipler Forschungsansätze und KI hilft, die Lücke zwischen bahnbrechenden Laborergebnissen und der Entwicklung neuer Behandlungskonzepte zu schließen.

An sechs nationalen DKFZ-Standorten brüten Wissenschaftler über Daten, pipettieren, mikroskopieren, überprüfen, entschlüsseln, versuchen zu verstehen. Sie entwickeln Lösungen und schaffen fundiertes Grundlagenwissen. Die vielversprechendsten Forschungserkenntnisse, Wirkstoffentwicklungen, Präventionsmethoden, Behandlungsstrategien und Therapiekonzepte werden von den Wissenschaftlern weiterentwickelt – gemeinsam mit strategischen, klinischen, nationalen und globalen Partnern – um sie für frühe klinische Studien mit Krebspatienten zu nutzen.

 

„Gesund zu bleiben ist mehr als der Körper, es ist auch der Geist und das Herz. Forschung heilt beide.“ Toni Morrison

Doch es sind oft lange Wege mit Durststrecken, bis aus Forschungsergebnissen konkrete Behandlungsoptionen werden. „Für kaum die Hälfte aller menschlichen Proteine kennen wir bisher die Funktion. Wüsste man bei einem Auto die Funktion von jedem zweiten Teil nicht, wäre seine Reparatur unmöglich“. Aurelio Telemann, Krebsforschung-Gruppenleiter im DKFZ, erhielt eine der höchsten Auszeichnungen in der Krebsforschung, den Johann-Georg-Zimmermannpreis. Am wichtigsten ist ihm und seinen Kollegen am DKFZ, mit ihren vielschichtigen Forschungsarbeiten die Lebensqualität von Krebsbetroffenen zu verbessern. Und am Ende des Tages mit dem Gefühl nach Hause zu gehen, etwas Nützliches vollbracht zu haben; etwas, das die Gesellschaft weiterbringt.

In rund 25 Jahren werden bis zu 40% neuer Krebserkrankungen verhindert werden können, davon gehen die Wissenschaftler heute aus.

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