2008 gründet Dr. Hermann Röchling (1929–2020) die Fontana Stiftung mit Sitz in Baden-Baden. Seine private Stiftung konzentriert ihre Unterstützung auf gesellschaftlich relevante Institutionen in Kultur, Wissenschaft und Wohlfahrt. Sinn des Stiftungsengagements ist das Bewahren und Vermitteln der Schönheit von alter und klassischer Malerei und Musik, das Fördern und Weiterentwickeln von innovativer Forschung, Volkswirtschaftslehre und wissenschaftlichem Nachwuchs sowie das Unterstützen von allgemeiner Mildtätigkeit.
Von Anfang an verzichtet Dr. Hermann Röchling darauf, der Stiftung seinen Namen zu geben. Stattdessen wird ein Name gefunden, der viele Menschen anspricht. Lavinia Fontanas kleinformatiges, um 1575 auf Kupfer gemaltes Frühwerk „Die mystische Heirat der Heiligen Katharina“ gibt die Inspiration zum Stiftungsnamen. Fontana bedeutet ursprünglich Spring-Brunnen. Gleich einer segensreich sprudelnden Quelle profitieren vornehmlich vier Hauptbegünstigte von langfristig gesicherten Stiftungsförderungen: das Festspielhaus Baden-Baden, die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, die Universität Mannheim und das Deutsche Krebsforschungszentrum. Zu den nebenbegünstigten Institutionen gehören unter vielen anderen das Städel Museum in Frankfurt, die Berliner Philharmonie, die Gemäldegalerie Berlin, das Deutsche Rote Kreuz und der Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe e.V.
Dr. Hermann Röchling (1929 – 2020)
1822 gründet der Berghauptmann und Eisenwerk-Direktor Friedrich Ludwig Röchling seinen Kohlehandel in Saarbrücken. Nichtsahnend wird der kinderlose Unternehmer zum Stammvater der Montanindustrie-Familie Röchling.
1929, vier Unternehmergenerationen später, wird Hermann Röchling junior im, für sein Kunst- und Kulturerbe weltberühmten, Aachen geboren. Nach dem Abitur 1948 studiert der junge Feingeist Wirtschafts- und Sozialwissenschaften an der Universität Köln, promoviert zum Dr. rer. pol., wirkt in den USA und Deutschland, in Banken, Prüfungsgesellschaften, im Direktorium und Vorsitz seines Familienunternehmens sowie an der Universität Mannheim, die ihm 2013 für sein Engagement die Ehrensenatorenwürde verleiht.
Die Liebe des zurückgezogen lebenden Volkswirtschaftlers gehört der Kunst – von altmeisterlicher Malerei bis zur klassischen Moderne – sowie der alten und klassischen Musik. Pieter de Hoochs Gemälde „Magd mit Eimer in einem Hinterhof“ entfacht 1996 in Dr. Röchling die Sammelleidenschaft. Fortan fließen seine Aktiendividenden in den Erwerb von Bildkunst. 1997 vermerkt der Sammler: „Das ist im Übrigen eine ganz und gar ungewöhnliche Entwicklung, weil ich noch vor anderthalb Jahren keine solchen Gemälde besaß – an denen ich viel Freude habe.“
Zeitlebens ist Dr. Röchling ein bedeutender Mäzen und großzügiger Förderer von sinnerfüllten, seine Qualitätsansprüche, Visionen und Werte teilenden Institutionen. 2008 gründet er in Baden-Baden die mit 20 Mio. Euro dotierte Fontana-Stiftung. Als sie schnell aus eigenen Mitteln herauswächst, setzt Dr. Röchling sie zu seiner Alleinerbin ein. Die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe beschenkt der Sammler mit seinem Erstlingswerk von Pieter de Hooch und einem wertvollen Gemälde von Jan van der Heyden. Im Alter von 91 Jahren stirbt Dr. Hermann Röchling in seiner Herzensheimat Baden-Baden. Gemäß seinem Testament geht seine herausragende Altmeister-Gemäldesammlung in den Besitz der Kunsthalle Karlsruhe über. Der kinderlose Philanthrop hinterlässt ein bleibendes, landesweit wertgeschätztes und zukunftsgestaltendes Lebenswerk.
Stephan Scherer ist Rechtsanwalt in den Bereichen Gesellschafts-, Erb- und Familienrecht, Steuer, Nachfolge, Vermögen, Stiftung, Kunst und Gemeinnützigkeit. Er ist Partner der renommierten Kanzlei SZA Schilling, Zutt & Anschütz Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, Fachanwalt für Steuerrecht und Fachanwalt für Erbrecht sowie Herausgeber und Autor zahlreicher Fachpublikationen. Im Schwerpunkt betreut er mit seinem Team Mandate für vermögende Privatpersonen und Familienunternehmen sowie gemeinnützige Stiftungen und Familienstiftungen im In- und Ausland. Dr. Scherer ist Mitglied der International Fiscal Association (IFA), des DAV-Erbrechtsausschusses, der International Academy of Estate and Trust Law (IAETL) sowie von STEP (Society of Trust & Estate Practitioners). Er ist Professor, Lehrbeauftragter im Bereich Unternehmensnachfolge und Aufsichtsratsvorsitzender des zentUma e.V. an der Universität Mannheim sowie Dozent zur Fortbildung von Rechtsanwälten und Steuerberatern im Bereich Unternehmensnachfolge, Erb- und Steuerrecht.
Stephan Scherer und Hermann Röchling verband ein langjähriges Vertrauensverhältnis, die Freude an der Schönheit von Kunst und Musik sowie ihr Fokus auf das Gemeinwohl. Stiftungsvorstand Prof. Dr. Stephan Scherer verwaltet die Fontana Stiftung im Sinne des Erblassers mit Fokus auf die Bereiche Wissenschaft, Kunst, Musik und Wohlfahrt. In jedem Jahr ihres Bestehens seit 2008 kann die Stiftung ihr Vermögen im Schnitt sehr deutlich steigern. Die Gesamtkosten für Verwaltung, Banken, Prüforgan etc. liegen bei lediglich ca. 0,3 Prozent des Stiftungsvermögens pro Jahr. Die Fontana Stiftung unterliegt neben den Kontrollen durch die Staatliche Stiftungsaufsicht und der Gemeinnützigkeitsstelle des Finanzamts der Kontrolle eines Wirtschaftsprüfer als zusätzlichem unabhängigen Kontrollorgan.
Prof. Dr. Stephan Scherer
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